Veranstaltungen und Ausflüge

Besuch im SPICARIUM am 2.10.2015

Am Freitag, den 2. Oktober um 15 Uhr machten sich auf Einladung der GEW 44 Lehrkräfte aus der Wesermarsch auf zu einem Besuch im Vegesacker SPICARIUM. Zunächst ging es mit der Fähre von Lemwerder auf die andere Weserseite und nach einem kleinen Spaziergang erreichte die Gruppe den alten Hafenspeicher zwischen Lesummündung und Vegesacker Hafen. Den meisten war das hier in einem historischen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert untergebrachte Museum unbekannt, in dem sich eine interaktive Ausstellung über Schiffbau und Schifffahrt befindet. Viel genutzt wird dieser außerschulische Lernort hingegen von Schulklassen aus Bremen. Das ist auch verständlich, hat der alte Hafen in Vegesack doch in der Vergangenheit eine große Bedeutung für die Entwicklung des Handels in Bremen gehabt.

Der Alte Speicher, den Johann Lange um 1814 auf seinem Werftgelände errichten ließ, wurde erhalten und steht seit 1997 unter Denkmalschutz. In diesem authentischen Gebäude ist das SPICARIUM untergebracht. Im Erdgeschoss werden die Ausstellungsthemen »Hafen Vegesack«, »Lange-Werft« und »1848« gezeigt, im Obergeschoss die Bereiche »Marine Bionik«, »Träume, Sehnsucht, Fernweh«, »Yachtdesign« und »Innovationen im Schiffbau«.

Die große Gruppe wurde aufgeteilt, und so wurden die Lehrkräfte durch beide Bereiche im Wechsel geführt. Seit Jahrhunderten wird die natürliche Bucht an der Weser in Höhe der Lesummündung für Schiffbau und Schifffahrt genutzt. An einem großen Slide-Screen kann man die Entwicklung Bremens entlang der Weser erkunden. Während des Dreißigjährigen Krieges entschloss sich Bremen, die Bucht weserabwärts zum ersten künstlichen Flusshafens Deutschlands auszubauen. Die Stiftung „Haus Seefahrt“, die die weltberühmte Schaffermahlzeit ausrichtet, unterstützte den Bau des Vegesacker Hafens finanziell. Ein großes Modell zeigt den Hafen im Jahr 1648. Ab 1623 war Vegesack der Seehafen Bremens, in dem viele unterschiedliche Handelswaren aus dem Im- und Export umgeladen wurden. Säcke, Kisten und Fässer, Warenproben und Düfte sprechen alle Sinne an. Der Proviant lockte natürlich Mäuse und Ratten an. Heute huschen sie in diesem Ausstellungsbereich virtuell unter den Kisten und Fässern hervor, um den begehrten Schiffszwieback zu knabbern.
Vegesack war einmal Stützpunkt der großen Heringslogger-Flotte der „Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft“. Von hier aus trug Adolph Bermpohl seine humanitäre Idee zur Gründung eines deutschen Seenotrettungswerkes an die deutschen Küsten.

Bildergalerie:

 

Im Obergeschoss werden verschiedene Forschungsprojekte in unterschiedlichen Entwicklungsstadien vorgestellt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Bremen suchen in der Natur nach Vorbildern für innovative Anwendungen in der Technik. Spezielle Anstriche für Schiffsrümpfe wurden der rauen Haihaut nachempfunden und sind bereits im Fachhandel erhältlich. Durch ein spezielles Mikroskop kann man die Struktur der Haihaut erkennen und so verstehen, warum sich kleine Krebse, Schnecken und Algen nicht an ihr festsetzen.
Im Alten Speicher hat die Firma beiderbeck design ihren Sitz. Hier werden für Auftraggeberinnen und Auftraggeber aus der ganzen Welt Yachten entworfen, auf der Bremer Fr. Lürssen Werft werden sie dann realisiert. Fotos geben Einblick in den luxeriösen Innenausbau.
Innovationen im Schiffbau sind ein weiteres Thema der Ausstellung. Schiffe, die Waren über die Meere transportieren, stoßen entsprechende Mengen an Schadstoffen aus. Nach Alternativen zum Schweröl, das nur in begrenztem Maße vorhanden ist, wird im Bereich der erneuerbaren Energien gesucht. Solarfähren transportieren bereits in Amsterdam, Berlin und auf dem Bodensee Personen. Auch für die Transportschifffahrt sucht man nach neuen Antrieben.

Nach diesen inhalts- und lehrreichen Führungen waren sich alle einig, dass ein Besuch des SPICARIUMS auch für Schulklassen aus der Wesermarsch äußerst lohnend ist. Bei herrlichem Goldener-Oktober-Wetter folgte ein gemütlicher Spaziergang an der Weser entlang bis zur Gläsernen Werft, einem Speiselokal mit einmaligem Ausblick auf die Weser. Ein reichhaltiges Abendessen rundete diesen sehr schönen Ausflug ab. Um kurz nach 20 Uhr ging es dann mit der Fähre zurück in die Wesermarsch.