Schulungen

Bericht über die Schulung für die Schulpersonalräte und GEW-Vertrauensleute am 7./8.11. 2018 in Varel

Die diesjährige zweitägige Schulung für die Schulpersonalräte und die GEW-Vertrauensleute in der Wesermarsch fand wieder in Varel im Hotel "Friesenhof" statt. Es nahmen 28 Kolleg_innen teil, von denen 12 im Tagungshotel übernachteten. Die Zustimmung zur Beibehaltung der zweitägigen Seminarform ist nach wie vor groß, die diesjährige Teilnehmerzahl und Übernachtungsquote haben das nachdrücklich bestätigt.

Nach dem Mittagsessen begann die Tagung am Mittwoch mit den Berichten aus den Schulen und einem Erfahrungsaustausch der Kolleg_innen untereinander. Dadurch konnte die Referentin vom Schulbezirkspersonalrat, die Kollegin Wencke Hlynsdóttir, einen Gesamtüberblick über alle hier vertretenen Schulen gewinnen und die Teilnehmer_innen erhielten einen umfassenden Einblick in die Probleme der anderen Schulformen.

Es zeigte sich, dass an vielen Grundschul-Standorten die Unterrichtsversorgung nicht mehr das herausragende Problem ist. Dieses Bild wird aber getrübt durch die Zunahme von kurz- und langfristigen Erkrankungen und die schwierigen Bemühungen um Ersatz, die nicht immer erfolgreich und oft nicht kurzfristig umzusetzen sind. Erschwerend für die Planung ist an einigen Standorten auch die hohe Zahl der Abordnungen, die manchmal nur für ein Halbjahr ausgesprochen werden und so die Mitbestimmung der Schulpersonalräte ausgehebelt wird. Das größte Problem ist die eklatante Unterversorgung mit sonderpädagogischen Fachkräften, so dass eine inklusive Beschulung vielfach nur notdürftig begleitet wird. Das ist eine unhaltbare Situation sowohl für die betroffenen Schüler_innen als auch für Eltern und Lehrkräfte. An den Oberschulen ist die Unterrichtsversorgung nicht ganz so gut, ein Hauptproblem ist dort die Differenzierung nach Schulformen, die an verschiedenen Standorten angestrebt wird.

Nach diesem Erfahrungsaustausch referierte der Suchtberater der Landesschulbehörde Siegfried Endel zu Problemen in der Suchtberatung im Rahmen des Arbeits - und Gesundheitsmanagements. Anschließend wurde von Wencke Hlynsdóttir der Umgang mit den Flexi-Stunden, verschiedene Modelle der Rhythmisierung sowie Probleme mit der Aufsicht angesprochen. Hier wurde angeraten ein Aufsichtskonzept im Schulprogramm zu verankern, damit die Schule so die Eingrenzung des zeitlichen Rahmens ihrer Aufsichtspflicht rechtssicher festlegen kann.

Am zweiten Tag ging es um die neue Datenschutzgrundverordnung, die vielfach für Unsicherheit und zahlreiche Fragestellungen geführt hat. Ein an einigen Schulen schwieriges Thema ist auch die Rückübertragung von Befugnissen auf die Landesschulbehörde, die eigentlich zur Entlastung der Schulleitungen kleinerer Schule führen soll. Es hat sich gezeigt dass z.B. die Einstellung von PMs nun nicht mehr so spontan und zeitnah zu realisieren ist, andererseits war es in der Vergangenheit aber auch zu oft fehlerhaften Vertragsgestaltungen gekommen. Als weitere Hilfe sollten 650 PMs für die Umsetzung der Inklusion eingestellt werden, es hat sich aber herausgestellt dass es nicht so einfach ist dafür geeignete Kräfte zu finden.
Abschließend ging die Referentin Wencke Hlynsdóttir ausführlich auf den Abschlussbericht der Arbeitszeitkommission ein. Die dort gezogenen Schlussfolgerungen aus der eindeutig belegten Überlastung der Lehrkräfte sind zwar nicht zwingend von der Landesregierung umzusetzen, sie hat sich aber erklärt diese anzuerkennen und bestreitet nicht mehr, dass Maßnahmen notwendig sind. Welche das sein werden und wann sie angegangen werden wird sich nicht durch Abwarten entscheiden, sondern dazu wird es notwendig sein weiterhin Druck seitens der Lehrkräfte und der Gewerkschaft zu entwickeln. Ihre Forderungen sind eindeutig: A 13 für alle und Reduzierung der Stundenzahl!

Die Tagung endete mit einem Mittagessen. Heiko Pannemann vom Kreisvorstand dankte der Referentin für ihre engagierte Durchführung der Schulung mit einem Blumenstrauß.