Schulungen

Bericht über die Schulpersonalrätekonferenz der GEW am 1.6.2017 in Sürwürden

Am 1. Juni versammelten sich auf Einladung des GEW-Kreisverbandes Wesermarsch 30 Schulpersonalräte der allgemeinbildenden Schulen des Landkreises zu einer Konferenz in Sürwürden, auf der aktuelle Probleme in den Schulen besprochen wurden. Für den Kreisvorstand der GEW begrüßte Heiko Pannemann die Referentin Wencke Hlynsdóttir vom Schulbezirkspersonalrat.


Referentin Wencke Hlynsdóttir vom Schulbezirkspersonalrat

Bei den Berichten aus den Schulen stellte sich heraus, dass an vielen Schulen die Unterrichtsversorgung nunmehr doch unter die vom Kultusministerium verbreitete Zahl von 100 % sinke. Das liegt neben vielen kurz- oder auch langfristigen Erkrankungen daran, dass neu ausgeschriebene Stellen für die aus dem Schuldienst ausscheidenden Lehrkräfte oft nicht besetzt werden können. Einerseits weil es zu wenig ausgebildete Lehrkräfte gibt und die Fächerkombinationen oft nicht passen, andererseits weil Stellen insbesondere im Norden der Wesermarsch wegen der verkehrsungünstigen Lage bei den Berufsanfängern nicht besonders beliebt sind.

Als Folge werden die vorgesehenen Förderstunden in der Regel nicht oder nur unzureichend erteilt und es mangelt an vielen Standorten zunehmend an fachlicher Unterstützung für die inklusive Beschulung. Ebenso kann Sprachunterricht für Flüchtlingskinder an etlichen Schulstandorten nur in geringem Umfang oder sogar gar nicht erteilt werden.

Jetzt werden von der Landesschulbehörde zunehmend sogenannte Quereinsteiger_innen eingestellt, die zwar für ein Schulfach einen passenden Hochschulabschluss besitzen, aber keine pädagogische Ausbildung. Diese Qualifizierung soll parallel zu ihrem Schuldienst nachgeholt werden. Allerdings ist festzustellen, dass sie oft vertragswidrig eingesetzt werden. Vorgesehen ist in den ersten 18 Monaten während ihrer pädagogischen Ausbildung der Einsatz ausschließlich in dem Unterrichtsfach, in dem sie einen akademischen Abschluss besitzen. Oft wird dagegen verstoßen und sie werden als Allroundlehrkräfte in etlichen Fächern eingesetzt, z.T. sogar als Klassenlehrer_innen auch in ersten Klassen. Und das offenbar mit Duldung der vorgesetzten Dienststelle.


Interessante Informationen ...

Wencke Hlynsdóttir gab zu den vorgetragenen Problemen Hinweise und Erläuterungen. Sie ging anschließend auf den neuen Erlass zur Teilzeit ein und erläuterte die Kritikpunkte der GEW. Eigentlich wird durch diesen Erlass an der besonderen und übermäßigen Belastung der Teilzeitkräfte, die auch durch die Arbeitszeitstudie nachgewiesen und unstrittig ist, nichts geändert. Das sei sehr enttäuschend, denn es waren Vorschriften zu ihrer Entlastung erwartet. Anschließend ging sie auf das neue Besoldungsgesetz ein, das aufgrund europäischer Rechtsprechung notwendig wurde. Es geht um die Abschaffung der Besoldungserhöhungen gestaffelt nach Dienstalter, weil das bezogen auf die Berufsanfänger und jüngeren Lehrkräfte als altersdiskriminierend gewertet wird. Niedersachsen hat hier als letztes Bundesland reagiert und zudem eine sehr unbefriedigende Regelung angegangen. Die Dienstaltersstufen werden durch sog. „Erfahrungsstufen“ ersetzt, wobei fraglich ist,ob das einen inhaltlichen Unterschied macht. Ob das rechtlich überhaupt Bestand hat, wird sich zeigen. Und von Entschädigungszahlungen wegen der nachträglichen Regelung so wie in anderen Bundesländern bereits getätigt, ist hier überhaupt nicht die Rede. Daher wird dazu geraten, weiterhin Widerspruch gegen diese Art der Besoldung einzulegen, um den Rechtsanspruch zu wahren. Musterschreiben dazu gibt es auf der Homepage der GEW Niedersachsen.


... werden aufmerksam aufgenommen.

Die Tagung endete mit einem gemeinsamen Mittagessen. Der Kreisvorstand bedankte sich bei Wencke mit einem Blumenstrauß für ihren Vortrag und ihre Beratung, und die versammelten Schulpersonalräte verabschiedeten sie mit lang anhaltendem Applaus. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist die zweitägige Herbstschulung der Schulpersonalräte am 8./9. November in Varel.