Schulungen

Bericht über die Schulung für die Schulpersonalräte und GEW-Vertrauensleute am 30.11./1.12. 2016 in Varel

Die diesjährige zweitägige Schulung für die Schulpersonalräte und die GEW-Vertrauensleute in der Wesermarsch fand wieder in Varel im Hotel "Friesenhof" statt. Es nahmen 20 Kolleg_innen teil.

Nach dem Mittagsbüffet begann die Tagung am Mittwoch mit einem Erfahrungsaustausch der Kolleg_innen untereinander, diesmal im Plenum und nicht nach Schulstufen getrennt. Dadurch konnte die Referentin vom Schulbezirkspersonalrat, die Kollegin Wencke Hlynsdóttir, die diese Schulung in der Wesermarsch zum ersten Mal durchführte, einen Gesamtüberblick über die hier vertretenen Schulen gewinnen sowie alle Schulpersonalräte in der damit verbundenen Vorstellungsrunde kennen lernen.

Das Hauptproblem in der Wesermarsch ist die an mehreren Standorten äußerst mangelhafte Unterversorgung. Vor allen Dingen im nördlichen Bereich ist es schwer und manchmal sogar erfolglos, frei gewordenen oder neu ausgeschriebene Planstellen zu besetzen. Erschwerend für die Unterrichtsversorgung ist der Umstand, dass ein Ausgleich durch Teilabordnungen manchmal an den zu großen Entfernungen zwischen den Schulstandorten scheitert. Hinzu kommt an etlichen Schulen die Zunahme von langfristigen Erkrankungen, für die kein Ersatz möglich ist. Das Geld für Feuerwehrstellen ist zwar da, es gibt aber kein zur Verfügung stehendes Personal. Gegenwärtig wird seitens der Schulbehörde versucht diese Lücken durch Quereinsteiger zu schließen, die aber zum Teil erlasswidrig auch als Klassenlehrer eingesetzt werden. Sie dürfen aber eigentlich nur in dem jeweils für sie anerkannten Unterrichtsfach unterrichten.


Folgerichtig nahm in dem Schulungsteil, den Wencke Hlynsdóttir vom Schulbezirkspersonalrat diesmal durchführte, die Problematik der Quereinsteiger großen Raum ein. Weitere Themen waren das Feststellen der Bewährung in der Probezeit, die Besetzung von Funktionsstellen, der Einsatz der Pädagogischen Mitarbeiterinnen an den Grundschulen sowie die aktuelle Entwicklung in der Schulsozialarbeit, die das MK nun endlich als Landesaufgabe anerkannt hat.
Am zweiten Tag nahm das Thema Lehrer_innengesundheit breiten Raum ein. Die Referentin informierte über die verschiedenen zur Verfügung stehenden Verfahren und Modellprojekte und wies auf die Rolle der Schulpersonalräte hin.
Erheblichen Diskussionsbedarf gab es zur unbefriedigenden Durchführung der Inklusion sowie der Sprachförderung, viele Nachfragen zur medizinischen Versorgung von Schüler_innen durch Lehrkräfte. Anschließend informierte die Referentin über neue Bestimmungen in der Sonderurlaubsverordnung sowie über Präsenzzeiten und Bereitschaftsdienst. Das Thema Rhythmisierung wurde intensiv diskutiert, ebenso die neuen Regelungen zur Aufsichtspflicht. Außerdem wurde darauf hingewiesen in welchem Rahmen dienstliche Gespräche zwischen Schulleitung und einzelnen Lehrkräften stattfinden sollten und dass eine gelegentliche Einsichtnahme in die eigenen Personalakte auch ohne konkreten Anlass von Vorteil ist.

In der abschließenden Feedbackrunde wurde von den Teilnehmer_innen die angenehme Durchführung der Schulung durch die neue Schulbezirkspersonalrätin Wencke Hlynsdóttir hervorgehoben, die nicht einfach den Schulungsreader abgearbeitet hatte sondern Schwerpunkte gesetzt und Platz für Diskussionen und das Einbringen von Erfahrungen der Schulungsteilnehmer_innen eingeräumt hatte.