Mitgliederversammlungen

Bericht über die Mitgliederversammlung der GEW Wesermarsch: GEW-Kreisvorstand einstimmig wiedergewählt

Auf der Mitgliederversammlung der GEW Wesermarsch am 13. Oktober 2021 im Hotel „König von Griechenland“ in Ovelgönne wurde der bisherige Kreisvorstand einstimmig im Amt bestätigt. Somit wird der Kreisverband weiterhin vom Vorsitzendenteam Ute Dierken , Anja Drees und Katrin Wieners geleitet. Zu Beginn der Versammlung wurde dem im Sommer 2021 verstorbenen GEW-Mitglied Hartmut Neumann gedacht, der seit 2005 bis zu seiner Pensionierung stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums Nordenham war.  Anschließend wurden die Jubilare für ihre langjährige Mitgliedschaft  in der GEW geehrt. Anwesend waren Christine Knutz, Ute Krüger und Karlheinz Ranft (jeweils 50 Jahre in der GEW) sowie Gunda Bogusch, Christiane Herrmann, Hannelore Menke, Gudrun Voss und Hans Berends (jeweils 40 Jahre in der GEW). Neben Ehrenurkunden und Blumensträußen erhielten sie Buchgutscheine als Anerkennung  für ihre treue Mitgliedschaft in der Lehrergewerkschaft.

Danach wurde der Bericht des Vorstandes sowie der Haushalts- und Kassenbericht einstimmig gebilligt, der bisherige Vorstand entlastet und der Haushaltsplan für die nächste Wahlperiode gebilligt.  

Nach den Wahlen berichtete Nils Humboldt über die antifaschistischen und antirassistischen Aktionen in Nordenham  im Rahmen des DGB Kreisverbandes Wesermarsch und des Bündnissen „Nordenham bleibt bunt“. Er schilderte, wie diese Aktivitäten im Jahr 2015 begannen mit der Einführung einer Mahnwache an den Stolpersteinen am 9. November, dem Tag der Reichspogromnacht. Nils kannte diese Aktion aus seiner Studienzeit in Leipzig und als er in Nordenham in den Schuldienst eingestellt wurde regte er an, dass das  in Nordenham ebenfalls durchgeführt werden solle. Die Stolpersteine  sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Messing-Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben oder deportiert und ermordet wurden. Sie werden vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehwegs eingelassen und erinnern mit den Namen der dort ehemals Wohnenden an die nicht mehr vorhandenen jüdischen Mitbürger und das ehemals jüdische Leben im jeweiligen Ort. Mittlerweile gibt es sie nicht nur in Deutschland, sondern in 26 Ländern in Europa. 

In  Nordenham gab es vor dem Holocaust 24 jüdische Mitbürger und nun gibt es dort entsprechend viele Stolpersteine, die auch gepflegt werden müssen.  Auf die Initiative von Nils begann es im Jahr 2015 mit einer Mahnwache und einer Beteiligung von 30 Personen. Die Reaktionen in der Öffentlichkeit waren durchweg positiv und die Teilnehmerzahl stieg dann in jedem Jahr. 2016 übernahm der DGB-Kreisverband die Schirmherrschaft, im Jahr 2018 gründete sich nach Nazischmierereien an der örtlichen Moschee das Aktionsbündnis „Nordenham bleibt bunt“.  2019 wurde die Mahnwache an den Stolpersteinen dann getragen von einem breiten Aktionsbündnis und einer großen Beteiligung, nachdem es am Vorabend Farbschmierereien an den Stolpersteinen gegeben hatte. In Jahr 2020 beteiligten sich dann auch die Kirchen und trotz Corona nahmen 130 Menschen an dieser Mahnwache teil.

Nordenham ist die einzige Kommune in der Wesermarsch, in der es diese Aktionsform des Gedenkens an das ehemals jüdische Leben in der Wesermarsch und die vertriebenen oder getöteten jüdischen Mitbürger gibt. Nils Humboldt regte an darüber nachzudenken, ob das nicht auch an anderen Orten angemessen und angebracht sei, beispielsweise in der Kreishauptstadt. Nordenham zeige, wie aus kleinen Anfängen eine breit getragene und in der Öffentlichkeit positiv bewertete Gedenkveranstaltung erwachsen könne.

Die GEW-Mitglieder dankten Nils mit langanhaltendem Beifall für seine interessanten und informativen Ausführungen.