Mitgliederversammlungen

Bericht von der Mitgliederversammlung der GEW Wesermarsch am 28.09.2016

Heiko Pannemann begrüßte die 22 Teilnehmer_innen der Versammlung im Hotel "Zum König von Griechenland" in Ovelgönne. Zunächst wurde des im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieds Peter Zauzich gedacht. Anschließend wurden die Jubilare geehrt: Karin Focke für 25jährige Mitgliedschaft, Antje-Weingardt-Halle und Lutz Maerker für 40jährige Mitgliedschaft und Werner Kiausch für 50 Jahre Mitgliedschaft in der GEW.



Am Rande der MV interessante Gespräche…

Heiko Pannemann erläuterte den schriftlich vorliegenden Bericht für die vergangene Amtsperiode 2016. Insbesondere erwähnte er die um ca. 10 Prozent zurück gegangenen Mitgliederzahlen im Kreisverband nach Jahren des Anstiegs. Etliche neu eingestellte Kolleg_innen seien zwar schon während des Studiums eingetreten, da bewähre sich die in Niedersachsen kostenlose GEW-Mitgliedschaft für Studierende. Ansonsten sei es aber schwierig junge Lehrkräfte zu gewinnen und bedenklich sei, dass etliche Mitglieder beim Eintritt in den Ruhestand aus der GEW austreten würden. Schwierig und wenig erfolgreich seien die Bemühungen jüngere Mitglieder zur Teilnahme an Veranstaltungen oder gar zur Mitarbeit in den Gremien der GEW zu gewinnen. Anfragen und Bitten um Hilfestellung gebe es zahlreich und schwerpunktmäßig über E-Mails, die Jüngeren sehen die GEW anscheinend mehr als Serviceeinrichtung.

Wesentliche Arbeitsbereiche des Kreisverbandes waren der Personalratswahlkampf sowie die Betreuung der drei Grundschulen, die in der Wesermarsch an der Arbeitszeitstudie teilgenommen haben. Die Personalratswahlen fanden unter neuen Bedingungen statt, es wurde nicht mehr nach Fachgruppen gewählt. An den Schulen der Wesermarsch wurden etliche neue und jüngere Kolleg_innen als Schulpersonalräte gewählt. Irritationen gab es aber offensichtlich bei den Wahlen zum Bezirks- und Hauptpersonalrat. So sei es verwunderlich dass es beispielsweise an Grund- und Oberschulen dazu kam, dass dort Kandidatinnen des Philologenverbandes gewählt wurden, obwohl diese ausdrücklich die Interessen der Gymnasiallehrkräfte vertreten. In der Konsequenz ist die GEW im neugewählten Schulbezirkspersonalrat nicht mehr so stark vertreten wie vorher und es gibt dort erhebliche Auseinandersetzungen über die Arbeitsein- und verteilung.

Zur den Ergebnissen der Arbeitszeitstudie wurde in der Diskussion vor allen Dingen thematisiert, dass leider zu wenig Oberschulen teilgenommen hätten und daher das Ergebnis für diese Schulform nicht repräsentativ sei. Kritisiert wurde, dass vom Landesverband nicht die übermäßige Belastung der Grundschullehrkräfte und insbesondere der Teilzeitbeschäftigten in den Fokus gestellt wurde, sondern die allerdings in der Tat auch erhebliche Überbelastung der Gymnasiallehrkräfte. Dies wurde folgerichtig von den Medien so übernommen, besonders auch unter dem Eindruck des entsprechenden Gerichtsurteils. Die GEW sei aber schwerpunktmäßig und auch von der Masse der Mitgliedschaft her eine Interessenvertretung der GHRS-Lehrkräfte und bei diesen gab es z.T. erhebliche Enttäuschung über die Gewichtung bei der Kommunikation der Ergebnisse der Studie.



…bei Kaffee und Schnittchen

Als großes Problem stelle sich die zunehmende Tendenz dar, dass es an etlichen Standorten, insbesondere im Norden der Wesermarsch, nicht möglich sei freie ausgeschriebene Lehrerstellen zu besetzen. Darunter leide die Unterrichtsversorgung ganz erheblich, besonders krass sei dies an der BBS. Ursache ist, dass seit Jahren zu wenige Lehrkräfte an den Unis ausgebildet werden, die Bewerber_innen sich daher aussuchen könnten welche Stelle sie antreten wollen und es landesweit eine starke Konzentration auf die Ballungszentren gebe und der ländliche Bereich ihnen als wenig attraktiv erscheine. Hier sei die Landesregierung gefordert Anreize zu schaffen um diese Entwicklung zu stoppen. Hinzu komme dass die Studierenden zunehmend das Lehramt an Gymnasien anstreben würden weil es wesentlich besser bezahlt werde, die Stundenverpflichtung erheblich niedriger sei und die Studiengänge für GHRS mittlerweile ebenso lang wie für das Lehramt an Gymnasium sei. Als Problem stelle sich heraus dass aufgrund des Mangels an ausgebildeten Pädagogen zunehmend Quereinsteiger eingestellt würden ohne hinreichende pädagogische Qualifikation.



Die Jubilare Werner Kiausch, Antje Weingardt-Halle, Karin Focke und Lutz Maerker (v.l.). Im Hintergrund Anja Dress und Heiko Pannemann

Die Versammlung nahm den Bericht über die zahlreichen Aktivitäten zustimmend zur Kenntnis. Drr vorgelegte Haushaltsbericht 2016 ergab, dass wiederum eine höhere Rücklagenentnahme als vorgesehen notwendig war. Die höheren Ausgaben als geplant waren zwar nachvollziehbar, aber wenn so weiter gewirtschaftet würde wäre ein Aufzehren der Rücklagen in wenigen Jahren absehbar. Die Mehrkosten wurden hauptsächlich verursacht durch die recht teuer zweitägige Schulung in Varel, hohe Kosten für Referenten sowie für die Ausflüge. Hier sei erhebliches Einsparpotential, aber an welchen Stellen das sinnvoll sei müsse diskutiert werden. Schließlich gehe es auch um Maßnahmen zur Mitgliederbindung. Heiko Pannemann hob hervor dass insgesamt überproportional viel Geld ausgegeben würde für die älteren Mitglieder, deren Anteil an der Mitgliedschaft in der Wesermarsch aber immerhin ca. 28 Prozent betrage. Diskutiert wurde hier durch Eigenbeteiligungen an den Kosten Einsparungen zu tätigen. Ebenso wurde befürwortet z.B. durch gemeinsame Veranstaltungen zusammen mit benachbarten Kreisverbänden die Ausgaben für Referenten zu senken.

Die Kollegin Ilse Kurzendörfer-Eidevik erläuterte das Ergebnis der Kassenprüfung. Anschließend wurde der Kreisvorstand einstimmig entlastet. Der Haushaltsplan für das Jahr 2017 wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.

Heiko Pannemann beschloss die Versammlung und wies auf die anschließende öffentliche Veranstaltung mit Constanze Stabaginski hin.