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Bericht über die Schulung für die Schulpersonalräte und GEW-Vertrauensleute am 20./21.11.2019 in Varel

Die diesjährige zweitägige Schulung für die Schulpersonalräte und die GEW-Vertrauensleute in der Wesermarsch fand wieder in Varel im Hotel "Friesenhof" statt. Es nahmen 25 Kolleg_innen teil, von denen 13 im Tagungshotel übernachteten. Die Zustimmung zur Beibehaltung der zweitägigen Seminarform ist nach wie vor groß, die diesjährige Teilnehmerzahl und Übernachtungsquote haben das nachdrücklich bestätigt.

Nach dem Mittagsessen begann die Tagung am Mittwoch mit den Berichten aus den Schulen und einem Erfahrungsaustausch der Kolleg_innen untereinander. Dadurch konnte die Referentin vom Schulbezirkspersonalrat, die Kollegin Wencke Hlynsdóttir, einen Gesamtüberblick über alle hier vertretenen Schulen gewinnen und die Teilnehmer_innen erhielten einen umfassenden Einblick in die Probleme der anderen Schulformen.

Es zeigte sich, dass an vielen Grundschul-Standorten die rein rechnerische Unterrichtsversorgung laut Statistik nicht mehr das herausragende Problem ist. Dieses Bild wird aber getrübt durch die Zunahme von kurz- und langfristigen Erkrankungen und die schwierigen Bemühungen um Ersatz, die nicht immer erfolgreich und oft nicht kurzfristig umzusetzen sind. Ein weiteres Problem ist die Unterversorgung mit sonderpädagogischen Fachkräften, so dass eine inklusive Beschulung vielfach nur notdürftig begleitet wird. Das ist eine unhaltbare Situation sowohl für die betroffenen Schüler_innen als auch für Eltern und Lehrkräfte.

Ebenfalls ein großes Problem ist der zunehmende Einsatz von sog. Quereinsteigern auch in den Grundschulen. Die Landesregierung versucht durch sie den eklatanten Mangel an ausgebildeten Lehrkräften auszugleichen. Fachliches Wissen durch eine akademische Ausbildung ohne Pädagogik reicht für den Einsatz in der Schule aber nicht, und auch die mittlerweile vorgeschriebene begleitende pädagogische Kurzausbildung ist völlig unzureichend. Oft werden diese Kräfte zudem noch vorschriftswidrig in den Schulen eingesetzt.

Nach diesem Erfahrungsaustausch referierte die für die Lehrkräfte in der Wesermarsch zuständige Schwerbehindertenvertrauensfrau Doris Cordes. Sie informierte über die Schwerbehindertenrichtlinien und ihre Aufgaben. Wichtig für sie Schulpersonalräte ist was bei der Einstellung und der Beschäftigung von Schwerbehinderten zu beachten ist. Hervorgehoben wurden die Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs, um den betroffenen Lehrkräften den Schulalltag zu erleichtern. Die Schulpersonalräte sollten hier die schwerbehinderten Lehrkräfte unterstützen, damit die ihre Rechte in Anspruch nehmen können, und auch bei den anderen Lehrkräften um Verständnis dafür sorgen.

Anschließend stieg die Referentin Wencke Hlynsdóttir ein in die Themen des Schulungsreaders, der vom Schulbezirkspersonalrat erstellt worden ist und allen Teilnehmer_innen der Schulung vor lag. Sie erläuterte den neuen Einstellungserlass sowie die Aufgaben der Schulpersonalräte vor dem Hintergrund der neuen Datenschutzgrundverordnung.
Die Tagung endete an diesem Tag mit einem gemeinsamen Abendessen.

Am zweiten Tag ging es um den Arbeits- und Gesundheitsschutz und die für alle Schulen vorgeschriebene allgemeine Gefährdungsbeurteilung. Es stellte sich heraus, dass das an vielen Schulen noch nicht von den Schulleitungen umgesetzt worden ist. Kurz wurde noch einmal auf die Schwerbehindertenproblematik eingegangen und darauf hingewiesen, dass die Schulpersonalräte auch ein Auge darauf haben sollten dass schwer erkrankte Kolleg_innen über die Möglichkeiten der Anerkennung als Schwerbehinderte informiert werden und im Bedarfsfall der Kontakt zu der zuständigen Vertrauensfrau Frau Cordes hergestellt wird. Danach wurde der Erlass zur schulinternen sonderpädagogischen Beratung thematisiert. Von den Teilnehmer_innen wurde kritisiert, dass durch die dort aufgeführten Maßnahmen offensichtlich der Mangel an sonderpädagogischen Fachkräften ersetzt werden sollte durch eine Kurzausbildung der an den Schulen vorhandenen allgemeinen Lehrkräfte. Auch die sinnvollen und bewährten Doppelsteckungen werden in Frage gestellt.

Einen großen Raum nahmen abschließend die Vorbereitungen auf die Personalratswahlen im März 2020 ein. Wencke Hlynsdóttir ermunterte die anwesenden Schulpersonalräte zur erneuten Kandidatur und forderte sie auf, weitere Kolleg_innen für diese Arbeit zugewinnen. Wichtig sei jetzt dafür zu sorgen, dass an allen Schulen die Voraussetzungen für den Wahlakt geschaffen werden durch das Einberufen von Wahlvorständen. Dafür gebe es am 4. Dezember auch eine Schulungsveranstaltung in Brake im BBZ.

Abschließend wurde ein Feedbackbogen verteilt. Die Auswertung ergab eine große Zufriedenheit mit der Durchführung der Schulung. Gewünscht wurde für das nächste Jahr dass der erste Nachmittag zeitlich kürzer geplant werde, da die Teilnehmer_innen am Vormittag noch einen vollen Unterrichtstag abzuleisten hätten. Dafür könne der Vormittag am zweiten Tag dann inhaltlich reichhaltiger und zeitlich entsprechend länger durchgeführt werden.

Die Tagung endete mit einem Mittagessen. Anja Drees vom Kreisvorstand dankte der Referentin für ihre engagierte Durchführung der Schulung mit einem weihnachtlichen Gesteck.