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Schulpersonalrätekonferenz verabschiedet Resolution zur Entlastung der Lehrkräfte!

Am 6. Juni versammelten sich auf Einladung des GEW-Kreisverbandes Wesermarsch 33 Schulpersonalräte aus 28 allgemeinbildenden Schulen des Landkreises zu einer Konferenz in Sürwürden, auf der aktuelle Probleme in den Schulen besprochen wurden. Für den Kreisvorstand der GEW begrüßte Heiko Pannemann die Referentin Wencke Hlynsdóttir vom Schulbezirkspersonalrat.

Bei den Berichten aus den Schulen stellte sich heraus, dass die meisten Grundschulen rein  statistisch zwar eine ordentliche Unterrichtsversorgung haben, nicht ganz so gut sieht es dagegen an einigen Oberschulen aus.  Vielfach wird diese auf dem Papier ausreichende Versorgung aber getrübt durch viele Abordnungen, die für Planungsschwierigkeiten und entsprechende Unruhe sowohl an den abgebenden als auch an den aufnehmenden Schulen führen, insbesondere wenn sie nur kurzfristig stattfinden.  Zudem reicht diese Grundversorgung nicht aus, um Ausfälle durch kurzfristige oder die zunehmend auftretenden langfristigen Erkrankungen, Schwangerschaften und Elternzeiten  zu kompensieren. Aus der Not  heraus werden dann zuerst die Förderstunden gestrichen, notwendige Doppelbesetzungen mit Lehrkräften  ausgesetzt und an den Oberschulen die Kurse zusammengelegt. Als Folge können noch so gute Schulkonzepte dann einfach nicht mehr durchgeführt werden. 

Erfreulich ist, dass an einigen Schulen schon länger freie Schulleiterstellen nun besetzt werden konnten. Es gibt aber immer noch die Erscheinung, dass neu ausgeschriebene Lehrerstellen nicht besetzt werden können, weil es einfach keine Bewerber gibt. An einigen Schulen gibt es keine Planungssicherheit für das nächste Schuljahr, weil etlichen Versetzungsgesuchen von Lehrkräften stattgegeben wurde aber bislang unklar ist, ob und welchen Ersatz es dafür geben wird. Problematisch bleibt weiterhin die Unterversorgung mit Förderschullehrkräften an etlichen Schulen und die dadurch nicht hinreichende Versorgung der Schülerinnen mit Förderbedarf im Rahmen der inklusiven Beschulung. 

Wencke Hlynsdóttir gab zu den vorgetragenen Problemen Hinweise und Erläuterungen und notierte sich die vorgetragenen Missstände, um sie im Schulbezirkspersonalrat und bei der Landesschulbehörde zur Sprache zu bringen. Die Referentin ging anschließend auf die formalen Änderungen bei Abordnungen ein, die die Schulpersonalräte unbedingt beachten müssen, ebenso die geänderten Vorschriften zur Einstellung von Vertretungslehrkräften und Pädagogischen Mitarbeiterinnen.

Abschließend wurde der Aufruf der GEW zu Personalversammlungen an allen Schulen thematisiert. Angeregt wird, dort Resolutionen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte zu verabschieden. Ziel ist es dadurch Druck aufzubauen für die anstehenden Haushaltsberatungen der Landesregierung. Zu befürchten ist, dass es für die allgemein und auch von der Landesregierung durchaus anerkannte und notwendige Entlastung der Lehrkräfte bei kleinen Zugeständnissen bleibt, die zudem kein Geld kosten, entscheidende und kostenträchtige Verbesserungen aber unterbleiben mit dem Verweis auf fehlende Mittel im Landeshaushalt. Das Geld ist aber da, es muss nur entsprechend anders verplant werden. Gefordert werden die Herabsetzung der Arbeitszeit insbesondere an den Grundschulen, mehr Entlastungsstunden für besondere Aufgaben an die Schulen, die Anhebung der Besoldung  auf A 13 und die Wiedereinführung der zweiten Stunde der Altersermäßigung, die bereits unter einer CDU-Regierung abgeschafft wurde mit der Zusicherung der Wiedereinführung. Das wird aber  bis heute verweigert. In diesem Zusammenhang wurde darüber informiert, dass seit Antritt der gegenwärtigen Landesregierung im November 2017 an allen Schulen in Niedersachsen mittlerweile 10 Millionen Überstunden  von den Lehrkräften angehäuft wurden. Das zeigt, wie notwendig es ist in Neueinstellungen zu investieren und für eine Entlastung der Lehrkräfte zu sorgen. 

Vorgestellt wurde ein Resolutionstext, der nach kurzer Diskussion von dieser Versammlung der Schulpersonalräte in der Wesermarsch einstimmig verabschiedet wurde. Er steht hier als Download zur Verfügung.

Die Tagung endete mit einem gemeinsamen Mittagessen. Die zweitägige Herbstschulung findet in diesem Jahr am 20. und 21. November in Varel statt.